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am 20. September

Wachtraum - Ein Roman von Susanne Scholl

Birgit Meinhard-Schiebel - Rezension des Buches

Lea, die Tochter von Fritzi, führt durch die Geschichte und Geschichten von Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen und gespielt haben. Was durch die Figur von Fritzi wie ein schillernder Traum aussieht, wird durch die Schicksale der anderen Menschen, die auftauchen, zu einem Albtraum. Der ganze Schmerz, die Verzweiflung, die Ängste und Sorgen von Menschen die den Holocaust erleben, erschüttert zwischen den Seiten, in denen Fritzi und Lea ihre komplexe und komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung durchleben. Wer denkt, mit dem Ende des Holocausts wäre endlich der Schmerz zu Ende, irrt. Denn Leas Tochter lernt sehr rasch, daß Terror und Gewalt immer wieder aufflammen, dass Kriege Menschenleben stören und zerstören und sie selbst als „Flüchtlingshelferin“ betreffen. Eine Familiengeschichte der besonderen Art, Humor, Schrecken, Liebe und Verzweiflung, nichts bleibt wie es ist. 

Ein Roman, der einen nicht los läßt und atemlos macht, der voller Leben ist und der Energie, die Fritzi ausstrahlt und voller Trauer jener, die dem Wachtraum nicht entfliehen können. Ein Zeitdokument, das Geschichte schreibt. 

Residenz Verlag, Salzburg - Wien, 2017
218 S., ISBN 978 3 7017 1681 4