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Gesundheitsplan

Sandra Krautwaschl - Die Grüne Landtagsabgeordnete Sandra Krautwaschl fordert die steirische Gebietskrankenkasse auf, den Worten Taten folgen zu lassen!

Salzburg zeigt vor, wie’s geht: innovative Formen der Zusammenarbeit wie zum Beispiel Gruppenpraxen, Leistungsverbesserungen, Sicherung der Nachfolgen durch Übergabe- und Lehrpraxis… Im Herbst letzten Jahres präsentierte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler sehr aufwändig den neuen „steirischen Gesundheitsplan 2035“ – Seite an Seite mit der steirischen Gebietskrankenkasse. Um diese Ziele jedoch umzusetzen „ist auch das konkrete Handeln der GKK gefragt“, erinnert die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Sandra Krautwaschl– denn seit den Präsentationen ist wieder Stillstand eingekehrt… 

Vorzeigebeispiel Salzburg 

Das müsste nicht so sein, denn in Salzburg gibt es einen vorbildhaften aktuellen Beschluss. Dort haben die Salzburger GKK und die Ärztekammer ein bemerkenswertes Paket ausverhandelt, das als Leitlinie für die Steiermark verwendet werden könnte. Zum Beispiel steht die Steiermark wie auch Salzburg vor dem Problem, dass immer weniger JungärztInnen in die Regionen gehen wollen und gleichzeitig immer mehr HausärztInnen knapp vor der Pension stehen. Die Salzburger Ärztekammer und die Salz​burger GKK haben nun vereinbart, neue Formen der ärztlichen Zusammenarbeit zu fördern: Gruppenpraxen und Teilgruppenpraxen, ​Jobsharingmodelle… Eine Forderung, die auch die Grünen schon oft in der Steiermark erhoben haben. 

Grüne Impulse 

Sandra Krautwaschl hat sich nun direkt an die StGKK-Obfrau Verena Nussbaum gewandt und gefordert: 

1. Die derzeit existierenden Formen der Primärversorgung sind abzusichern und auszu-bauen. Das heißt speziell für periphere Regionen dem Bedarf entsprechend mehr und nicht weniger Kassenstellen zur Verfügung zu stellen. 

2. Die Möglichkeit, Kassenstellen zu teilen, muss als frei zu wählende Form fix etabliert werden – den PatientInnen stehen dadurch auch längere Öffnungszeiten zur Verfügung. Diese Form der Zusammenarbeit darf nicht mehr durch Deckelungen und Abschläge bestraft werden; Leistungen, die erbracht werden, müssen auch bezahlt werden; Mitspracherecht der ÄrztInnen bei der Auswahl von KollegInnen muss gewährleistet sein. 

3. Interdisziplinäre Formen der Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe untereinander müssen im PatientInneninteresse und unter Einbeziehung aller Gesundheits– und Sozialberufe gefördert, entbürokratisiert und erleichtert werden. 

4. Zeitgemäße Überarbeitung der seit langem bestehenden und teilweise veralteten Leistungskataloge, sowie Anpassung an die tatsächlichen ärztlichen, therapeutischen, pflegerischen Leistungen (und nicht umgekehrt). Das gilt auch und insbesondere für den präventiven und sekundärpräventiven Bereich, der einen wesentlichen Faktor zur Entlastung der Betroffenen und der Gesundheitsausgaben darstellt.

5. Alle Formen der dringend notwendigen Wissensweitergabe im niedergelassenen Bereich (klinisch – praktisches Jahr, Lehrpraxis, Übergabepraxis) sind dringend zu unterstützen und Anreize (z.B. in Form von Reihungsvorteilen für LehrpraxisabsolventInnen bei Kassenstellenvergaben) zu schaffen.

​Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Neue Wege im Alter 01/ 2017 - die gesamte Ausgabe der Zeitung kann hier nachgelesen werden.