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am 8. Mai

Corona total!

Doris Eisenriegler - Und wo sind die Grenzen?

Ein kleines Virus hat seit einigen Wochen unser Leben auf den Kopf gestellt. Brav befolgen wir die uns verordneten Regeln zur Eindämmung der Epidemie, welche unser Gesundheitssystem an sein Limit bringt. Aber welchen Preis zahlen wir für die gegenwärtigen Gesundheitsmaßnahmen? Wie steht es um die psychische Gesundheit der Gesellschaft? Wie groß ist die Gefahr von mehr Konformität und Kontrolle auch nach überstandener Krise?

Wie geht’s den Bewohner*innen von Pflegeheimen etc., die ihre Familienangehörigen jetzt nicht sehen können? Pflege lässt keine Abstandsgebote zu! In dem Zusammenhang geht es auch um Ethik-Fragen. Nicht nur bei Corona, auch bei anderen Krankheiten wird derzeit schon abgewogen, welche Maßnahmen bei welchem Krankheitsbild sinnvoll sind und ab wann lediglich palliative Maßnahmen gesetzt werden sollen. Was ist schlimmer für hochaltrige Menschen: Totale Isolation ohne den Kontakt mit Angehörigen – und nach den Prognosen wird das wohl noch mindestens ein Jahr dauern bis zur Wiederherstellung der sogenannten „Normalität“ - oder die Gefahr, am neuartigen Virus zu sterben? Und was macht der lange Ausnahmezustand mit uns allen? 

Auch der Blick über unseren Tellerrand ist eindimensional geworden. Die gepriesene Solidarität angesichts der Krise muss auch transnational gedacht werden – das Friedensprojekt Europa versagt gegenwärtig in Bezug auf Evakuierung von Flüchtlingslagern; die am stärksten vulnerable Gruppe sind die Geflüchteten. Und die sind einmal mehr Menschen zweiter Klasse, ihre Leben zählen nicht! ​