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am 5. Mai

Soziale Absicherung schaffen

Webredaktion Generation plus - "Soziale Absicherung schaffen, um den sozialen Zusammenhalt sicherzustellen" ( Zitat Werner Kogler)

Von Armut betroffene Menschen lassen sich in Statistiken und Zahlen recht einfach erfassen. Wer als Einzelperson weniger als 1.259, - Euro monatlich zur Verfügung hat, gilt in Österreich als armutsgefährdet. Vielen BurgenländerInnen, speziell im Süden, steht dieses Einkommen nicht zur Verfügung. Zur finanziellen Armut kommt jedoch oftmals die Gewissheit, in einer aussichtslosen Situation zu sein, der man aus eigener Kraft nicht entkommen kann. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit, eine verminderte Lebenserwartung und soziale Isolation gehen mit Armut einher. All das ist jetzt nichts Neues. Für ein reiches Land wie Österreich ist das zutiefst beschämend. Es ist bekannt, dass Armut weiblich ist. Sie betrifft in hohem Maße Alleinerzieherinnen und deren Kinder sowie Seniorinnen. Lange wurden Bildung und Erwerbseinkommen als Garant gegen Armut angesehen, mittlerweile jedoch wächst auch in Österreich die Gruppe der „Working poor“.

Obwohl im Burgenland Frauen besser ausgebildet sind als je zuvor, finden viele in der Region keine ausbildungsadäquaten Arbeitsplätze und wandern ab. Mehr Frauen als in den Jahren davor sind in Beschäftigung, jedoch 88,3 Prozent davon in Teilzeitarbeit. 25,9 Prozent der Burgenländerinnen sind Hausfrauen ohne eigenes Einkommen - das liegt über dem österreichischen Durchschnitt.

Eine Pensionistin im Burgenland erhält durchschnittlich 823 Euro das sind, 45,5 Prozent weniger als die Durchschnittspension eines Burgenländers. Damit liegt dieses Einkommen weit unter der Armutsgrenze. Den vielen Teilzeitbeschäftigten geht es ähnlich schlecht. Projekte mit dem Ziel, Frauen vor Armut zu schützen, greifen nicht, weil solche Einkommens- und Familienstrukturen anscheinend veränderungsresistent sind.

Aktuell sehen wir gerade in diesen COVID 19 Krisen-Wochen, dass Gesetze recht schnell beschlossen werden können:

  • Um die Wirtschaft zu stützen, werden 38 000 000 000 Euro Steuergelder verteilt.
  • Weniger als 0,1% nämlich 30 000 000 Euro werden für Familien zur Verfügung gestellt - für eine streng definierte Zielgruppe - die auf Grund von COVID 19 in eine finanziell schwierige Situation geraten ist.
  • Stromabschaltungen werden ausgesetzt, auch wenn jemand mit den Zahlungen in Verzug ist. Aber: Rückstände müssen bis Jahresende nachbezahlt werden!
  • Kündigung der Mietwohnung bei Zahlungsrückständen ist vorübergehend nicht möglich. Auch hier müssen Rückstände bis Jahresende beglichen werden!

Die oben genannten Maßnahmen gewährleisten keine nachhaltige Armutsbekämpfung! 

Was ist mit jenen ca. 243 000 Menschen (ca. 2,8 Prozent), die in akuter Armut leben, und mit den 1.238.000 Menschen (ca. 14.3 Prozent), die armutsgefährdet sind – und dies schon vor der Covid-19 Krise waren?     

Ihre Situation verschärft sich zusehends – welches Maßnahmenpaket wird für sie geschnürt? Sie brauchen keine Dauer-Almosen, keine kurzfristige Bereitstellung von Hilfspaketen, sondern die Schaffung von Rahmenbedingungen, die die soziale Absicherung ermöglichen und langfristig garantieren! 

Autorin: Ingrid Kornberger, Die Grünen – Generation Plus Burgenland