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am 3. Dezember 2020

Mobilität ist gesellschaftliche Teilhabe

- Vielfältige Möglichkeiten mobil zu sein, sind dafür Grundvoraussetzung.​

Am gesellschaftlichen Leben teilhaben, aktiv sein und unabhängig bleiben - das sind zentrale Bedürfnisse aller Menschen und natürlich gilt das bis ins hohe Alter. Vielfältige Möglichkeiten mobil zu sein, sind dafür Grundvoraussetzung.​​

Dabei ändern sich die Möglichkeiten und Prioritäten im Laufe des Lebens ganz enorm: Während Schulkinder oft noch viele Strecken zu Fuß zurücklegen, steigen Jugendliche gern aufs Fahrrad, das Moped oder zunehmend auf die Öffis um. Zwar mit fallender Tendenz, doch gerade im städtischen Raum, steigen nach wie vor viele im Erwachsenenalter auf den PKW um und die aktiven und geteilten Mobilitätsformen treten in den Hintergrund. Jedoch ändert sich das häufig wieder, wenn die Zeit der Erwerbstätigkeit im Lebenslauf abgeschlossen ist und man sich wieder mehr Freiheit und Möglichkeit für unterschiedliche Mobilitätsformen nehmen kann.

Gerade im Alter entscheiden sich viele Menschen erneut bewusst für die Öffi-Nutzung, ein Rad beziehungsweise zunehmend auch für E-Bikes oder es werden Wege vermehrt wieder zu Fuß zurückgelegt. Bei der Wahl einer alternativen Mobilitätsform spielt oft die persönliche Grundkondition oder auch der Gesundheitszustand eine entscheidende Rolle. Deswegen erachte ich als verantwortliche Mobilitätspolitikerin es als wesentlich, dass wir für eine optimale Bereitstellung von Mobilitätsangeboten als Mittel zur Teilhabe auf Barrierefreiheit und Entschleunigung im Verkehr in jeglicher Hinsicht achten.

Barrierefrei müssen nicht nur unsere öffentlichen Verkehrsmittel, die Bahnhöfe und Haltestellen sein. Auch Tickets sollen möglichst einfach, günstig und grenzüberschreitend zur Verfügung gestellt werden. Wichtig ist mir dabei auch, dass es lokale Angebote wie Ortstaxis oder Fahrdienstmöglichkeiten gibt, um möglichst lange ein brauchbares Angebot legen zu können.

Wenn es uns gelingt die Hektik des Straßenraums zu entschleunigen und den Raum fairer auf alle Verkehrsteilnehmer*innen zu verteilen, bringt das nicht nur ein Mehr an Lebensqualität in unseren Orten, sondern auch eine höhere Verkehrssicherheit für alle Beteiligten – ob jung oder alt – und damit einhergehend eine höhere Bereitschaft, auf das Rad umzusteigen oder Wege wieder zu Fuß zurückzulegen.

Aber auch der PKW hat oft noch eine hohe Bedeutung für die Mobilität im Alter. Dabei ist es geboten, selbst als erfahrene Lenker und Lenkerin stets über neue Entwicklungen in der Fahrzeugausstattung und Änderungen in den allgemeinen Verkehrsregeln informiert zu bleiben sowie den persönlichen Gesundheitszustand achtsam im Auge zu behalten, um fit und sicher mobil zu bleiben. Dies gilt für Fahrzeuglenker*innen jeden Alters und sollte nach meinem Dafürhalten durchaus im Führerscheingesetz Niederschlag finden, wie es schon in vielen anderen europäischen Ländern der Fall ist.

Mobilität ermöglicht Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und wenn wir die Gestaltung unserer Mobilität daran orientieren, dass auch ältere Menschen möglichst lange mobil bleiben können, bringt dies mehr Sicherheit und Möglichkeiten für alle!​

 
Die Autorin dieses Beitrags ist Ingrid Felipe.