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am 17. Mai

Laute Rufe nach Qualität in Altenpflege und Betreuung

Irmgard Seidler - Volksanwalt empfiehlt der Regierung „größtmögliche Beachtung“

Wer hat nicht schon oft gehört: „Überalterung der Gesellschaft, demografischer Wandel bedeutende Herausforderung unserer Gesellschaft, sind Pensionen und Pflegegeld in Zukunft leistbar“? Von einer guten Lösung hört man wenig. Oder doch?

Volksanwalt empfiehlt der Regierung „größtmögliche Beachtung“

Seit 2012 hat die Volksanwaltschaft u.a. den Auftrag, geschlossene Institutionen, auch Alten- und Pflegeheime, durch unangemeldete Besuche einer Expertenkommission auf Missstände zu kontrollieren. Wie sie in einer Presseaussendung vom 7. Mai 2017 bekannt gab, liegt noch vieles im Argen.

(http://volksanwaltschaft.gv.at/berichte-und-pruefergebnisse/aktuelle-missstaende)

Als dann in den Nachrichten von Altenpflege und Betreuung die Rede war und dabei das Wort QUALITÄT fiel, horchte ich auf! Die Volksanwaltschaft forderte QUALITÄT in der Altenpflege und Betreuung. Dr. Kräuter ersucht die Regierung, „eindringlich, diesem gesellschaftspolitisch so wichtigen Thema größtmögliche Beachtung zu schenken!“

Sie verlangt „menschenwürdige Pflege, zumutbare Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal, eine Attraktivierung der Pflegeberufe generell, einheitliche Qualitätskriterien für die Einrichtungen“. Music to my ear!

Ein Riesenschritt ist gesetzt für die Menschen, die sich nicht mehr selbst helfen können, die abhängig geworden sind.

Internationaler Tag der Pflege Wien

Unter dem Motto „Gute Pflege für alle – Österreich braucht uns!“ luden die Pflegeberufe am 12. Mai 2017 zu einer Demonstration. Der Österreichische Gewerkschaftsbund – Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe mit den Gewerkschaften younion, GÖD, vida und GPA-djp fordern einheitliche, qualitätssichernde Regelungen bei Bezahlung, Personal, Betreuungsschlüssel und Arbeitsbedingungen. Zitat Josef Zellhofer, Vorsitzender ÖGB-FGV: „Es gibt Anliegen im Leben, für die lohnt es sich, aufzustehen, ja mehr noch, für manche Anliegen müssen wir auf die Strasse gehen, aktiv werden, uns öffentlich äußern“.

Mehr darüber ist zu erfahren über www.solidarwerkstatt.at

Grüne Handschrift bei Pflege:

Wer Pflege braucht, soll Anspruch auf die beste Pflege und Therapie haben, ohne dabei arm zu werden

Wer Angehörige pflegt, soll Anspruch auf Unterstützung und Erholungsurlaub haben

Wer im Pflegeberuf tätig ist, soll beste Ausbildung und eine angemessene Entlohnung bekommen. Pflegeberufe sollen Karriereberufe werden, mit bezahlter Weiterbildung, um Schritt zu halten mit Innovationen im medizinischen und technischen Bereich.

Pflege darf nicht in profitable Geschäftemacherei für Institutionen ausarten“

Auch die viel geübte Praxis von unremunerierter Beschäftigung im Pflege- und Betreuungsbereich, getarnt als Praktikum oder gemeinnützige Tätigkeit, ist nicht zu befürworten.

Jahrelanger Aktivismus und unermüdliche Lobbyarbeit für Kinderrechte brachte grosse Verbesserungen und Gesetzesverankerungen. Der selbe Einsatz führte zu Gleichbehandlunggesetze für Behinderte. So sehe ich eine enge Zusammenarbeit mit der Volksanwaltschaft, den Gewerkschaften und anderen, Aktivismus und Lobbyarbeit als den Weg, der zum Erfolg führen wird für jene, die nicht mehr für sich selbst sorgen oder sprechen können und für jene, die sie pflegen und betreuen:

Die höchstmögliche Qualität in Altenpflege und Betreuung. Wir werden es noch erleben!