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am 5. Mai

Erlebnisbericht aus der Isolation - Tag 16

Webredaktion Generation plus - Von Renate Stepany-Pall

Beim Frühstück plötzlich ein leichtes KRATZEN IM HALS GESPÜRT! Mit der Großschreibung will ich die Panik verdeutlichen, die mir diese Körperwahrnehmung sofort verursachte. Zugegeben, ich habe jetzt schon einige solcher Attacken gesund überstanden. Das heißt nach einer Ablenkung war das Symptom verschwunden. Vorige Woche war es zwei mal leichtes Kopfweh! Allerdings finde ich einen trockenen Hals gefährlicher. Ich muss mir dringend davon abraten „in mich hineinzuhorchen“... da wird mir gleich wieder der Hals trocken vor lauter „ist da jetzt was, ich weiß nicht was, spür ich was, vielleicht gar ein Symptom??!“

Am Tag 2, ja am Tag 2 da war ich noch voller Lebensmut und fand die ganze Sache interessant: Ich wollte groß einkaufen und habe angerufen und meine Bestellung durchgegeben, auch meine voraussichtliche Ankunft: ½ 3 Uhr würde es werden.

Die Sonne schien warm, es war richtig angenehm. Ich bin mit meinem Einkaufswagen losgezogen, ich wohne in Urfahr und das Geschäft meines Vertrauens, das „Müli“ befindet sich am Pfarrplatz in Linz. Auf der Brücke waren wenig Menschen, zwei, drei und ein Radler. Auch der Hauptplatz fast menschenleer. Im nu war ich in meinem BIO-Laden und man räumte mir alles in den Einkaufswagen. Nachdem bei mir das Auge immer mit-isst kam noch einiges dazu. Schwer beladen fuhr ich los. Auf der Brücke blies mir dann der Wind ins Gesicht und da war es leider kalt. So gestaltete sich die die „Rückreise“ weniger angenehm. Aber ich kam mir so tüchtig vor.

Tag irgendwas, es ist zu jetzt schon zu lange... und wenn das Wetter auch schlecht ist … na dann muss ich mich mit allen Sinnen gegen die drohende Depression wehren!

Meine Rettung ist der (noch) erlaubte Einkauf und der (noch) erlaubte Spaziergang!

Und dabei bin ich ja privilegiert, ich muss um meinen Job nicht fürchten, ich schau ins Grüne, ich höre Vögel zwitschern!

Die menschlichen Kontakte fehlen mir furchtbar!