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am 22. März

Die Süffisanz des Sparens auf dem Rücken der Menschen

Birgit Meinhard-Schiebel - Der Finanzminister hat seine Budgetrede im Parlament vorgetragen. "Es beginnt eine gute Zeit" sagt Löger und läßt danach die Katze aus dem Sack.

Jubel kommt auf, wenn die Konjunktur brummt. Wegen der guten Beschäftigungslage bekommt die Pensionsversicherung mehr Geld und damit kann der staatliche Zuschuß um 2, 3 Milliarden sinken. Dass einen Großteil der Pensionen von den Versicherten selbst einbezahlt wurde, steht auf einem anderen Blatt und kommt selten in den Reden vor. So weit so gut, könnte man sagen

Dahinter aber stehen die zahlreichen Einsparungsmaßnahmen und eine davon trifft Menschen, die in das Pensionsalter kommen, wieder mit voller Wucht. War es bisher möglich, als Mann mit 58 Jahren in die Altersteilzeit zu gehen, Frauen frühestens mit 53 Jahren, ist es mit 1. 1. 2019 damit vorbei. Sie müssen ein Jahr länger warten, ab 2020 können Männer dann ab 60 Jahren, Frauen ab 55 Jahren in die Altersteilzeit gehen.

Was das im Klartext bedeutet, wissen alle, die sich mit der Altersteilzeit und den damit verbundenen Abschlägen noch irgendwie durch die letzten Jahre des Erwerbslebens  jonglieren konnten. Nicht weil sie zu faul waren, um zu arbeiten. Weil sie versuchen mußten, sich mit verringertem Einkommen noch aufrecht zu halten und zu verhindern, daß sie zwischen Arbeitslosigkeit und Krankenständen pendeln. Weil viele von ihnen längst ausgebrannt sind, aber alles tun müssen, um zu verhindern, daß sie ihren Job ganz verlieren. Dass sie für die Altersteilzeit auch finanzielle Nachteile in Kauf nehmen, ist der Preis, den sie dafür bezahlen. Als ob das nach vielen Arbeitsjahren nicht schon genug wäre, sollen sie nun wieder um ein Jahr länger auf die Altersteilzeit warten müssen. So geht Sparen am Menschen, anstatt ein Steuersystem zu entwickeln, das vom Gedanken der Umverteilung gesteuert wird.