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am 11. Juli

Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“

Webredaktion Die Grünen - Generation plus - Hilfe durch umfassende Unterstützung - auf allen Ebenen

Der im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und des Bundesministerium für Gesundheit erarbeitete Demenzbericht „Gut leben mit Demenz“  ist im Dezember 2015 präsentiert worden, siehe  http://www.goeg.at/.  Nun kann es an die politische Umsetzung gehen.

Demografie
Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen mit einer Form der Demenz.

Entwicklungsmethode
Die Demenzstrategie soll einen Rahmen von partizipativ und konsensuell erarbeiteten Wirkungszielen bilden, deren Erreichen die Lebenssituation von Menschen mit Demenz verbessert. In Folge und auch durch die entsprechende Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit ihrer An- und Zugehörigen soll auch deren Lebenssituation verbessert werden.

Daher wurden Wirkungsziele (WZ) und Handlungsempfehlungen (HE) mit Betroffenen, Entscheidungsträgern/Entscheidungsträgerinnen und Umsetzern/Umsetzerinnen und Experten/ Expertinnen in einem Prozess gemeinsam entwickelt.  Arbeitsgruppen diskutierten in 18 Sitzungen Maßnahmen und Vorschläge, die auf unterschiedlichen Ebenen umgesetzt werden können.

Wirkungsziele 
Die präzisierten Handlungsempfehlungen ermöglichen den Entscheidungsträgern/-trägerinnen (Bund, Länder und Gemeinden) in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen konkrete Maßnahmen zu planen und umzusetzen, um so gemeinsam die definierten Wirkungsziele zu erreichen.


Für Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen
:

In einem Lebensumfeld wohnen zu können, das Teilhabe sicherstellt und weitestgehende Selbstbestimmung fördert

Über Unterstützungsangebote Bescheid zu wissen und diese auch nützen zu können

Darauf vertrauen zu können, von optimal geschulten und qualifizierten Menschen professionell betreut und unterstützt zu werden

Bestmögliche mobile, teilstationäre und stationäre Betreuungsformen vorzufinden, die eine integrierte Versorgung flächendeckend ermöglichen und aus einer Vielfalt von Angeboten wählen zu können

Im Krankenhaus darauf vertrauen zu können, dass auf die eigenen Bedürfnisse (im Zusammenhang mit Demenz) eingegangen wird

Flächendeckend und wohnortnah niederschwellige Anlaufstellen zur Information, Beratung, Früherkennung, Diagnose und Begleitung vorzufinden, in denen multi-professionelle Teams gemeinsam mit den Menschen individuelle Maßnahmen planen und notwendige Leistungen koordinieren


Für An- und Zugehörige:

Im eigenen Lebensumfeld erreichbare Unterstützung und Betreuung von Angehörigen mit Demenz vorzufinden

Über Unterstützungsangebote Bescheid zu wissen

Ausreichend zur Unterstützung und Betreuung von Angehörigen mit Demenz geschult, beraten und unterstützt zu werden

Aus einer Vielfalt von Angeboten für den Angehörigen mit Demenz wählen zu

können, um so in der Betreuung unterstützt zu werden

Flächendeckend und wohnortnah niederschwellige Anlaufstellen zur Information, Beratung, Früherkennung, Diagnose und Begleitung vorzufinden, in denen multi-professionelle Teams gemeinsam mit den Menschen individuelle Maßnahmen plannen und notwendige Leistungen koordinieren

 

Für die Bevölkerung:

Mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu entwickeln und in einem Gemeinwesen zu leben, in dem Teilhabe von allen gelebte Wirklichkeit ist

Informationen zum Thema Demenz zu erhalten, die die Angst vor der Krankheit nehmen und den Umgang damit erleichtern

Sensibilität für einen positiven Zugang zur Krankheit Demenz zu entwickeln

 

Für spezifische Berufsgruppen:

Für kommunale Dienstleister, Behörden, Polizei Einsatzorganisationen oder Apotheken:

Spezifische Informationen zur jeweils eigenen (beruflichen) Tätigkeit zu erhalten, um Menschen mit Demenz besser zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können

Für Gesundheits- und Sozialberufe und Anbieter/innen von Gesundheits- und sozialen Dienstleistungen:

Ausreichend im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult zu sein und sich laufend aus- und weiterbilden zu können

Im Weiterentwickeln der Angebote auf ausreichende und qualitätsgesicherte Daten und Forschungsergebnisse zugreifen zu können

 

Für politische  Entscheidungsträger/-trägerinnen:

In einem laufenden Austausch mit Experten/Expertinnen und anderen Entscheidungsträgern/Entscheidungsträgerinnen zu stehen, um auf Bundes und Landesebene aufeinander abgestimmte Strukturen und Rahmenbedingungen für Menschen mit Demenz zu schaffen und weiter zu entwickeln

 

Resolution 


Wir,  die Grünen GenerationPlus Österreich, stehen aktiv für Umsetzung der Demenzstrategie. Daher treten wir mit den nachstehenden Forderungen an das Gesundheitsministerium, das Finanzministerium, den Österreichischen Seniorenrat heran:  

Die Demenzstrategie mit  finanziellen und strukturellen Mitteln auszustatten um die erarbeiteten Ziele zu erreichen

  • Um die angestrebte hohe Versorgungsqualität in der Langzeitbetreuung und – Pflege, sowie in der Palliativbetreuung zu ermöglichen
  • Mit allen Bundesländern durch 15-a Vereinbarungen oder andere  geeignete Massnahmen ohne Ausnahmen den Betroffenen zugängig zu machen
  • Betreuungs- und Pflegepersonal zum Thema demenzieller Erkrankungen Fort- und Weiterbildungen zu ermöglichen und ihre Qualifizierung entsprechend monetär abzugelten
  • Forschungs- und Entwicklungsprogramme zu fördern, um die bestmögliche Behandlung und Therapie für Menschen zu gewährleisten, die von einer Form von demenzieller Erkrankung betroffen sind.