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am 26. November 2020

Corona und kein Ende

Doris Eisenriegler - Es wird Zeit, die Wurzeln der Pandemie zu bekämpfen und nicht nur die Symptome!

Seit Mitte März werden wir täglich über die neuesten Corona-Zahlen auf dem Laufenden gehalten. Unser ganzes Sozial-, Wirtschafts- und Kulturleben ordnen wir seit Monaten den Gefahren dieser Krankheit unter. Wir haben das Fürchten gelernt und nehmen brav alle verordneten Einschränkungen hin. Es wird getestet auf Teufel komm raus, die Zahlen sollen niedrig bleiben bis – als Licht am Ende des Tunnels – eine Impfung zur Verfügung steht. 

Aber ist das wirklich die Lösung? Ja, vielleicht für uns im reichen Norden. Aber das Virus wird trotz aller medizinischer und pharmazeutischer Fortschritte nicht verschwinden. Wir werden damit leben müssen. Und es wird sich so wie der Malaria-Erreger in die ärmeren Gegenden unseres Planeten zurückziehen, wo sich die Menschen diese Impfung nicht leisten können.

Eine Milliarde Menschen leidet Hunger auf der Welt, Malaria hat mehr Menschen getötet als alle Krankheiten und Kriege dieser Erde zusammen, obwohl die Krankheit heilbar ist. Als Folge des Lockdowns in der Corona-Krise wird der Malaria-Parasit südlich der Sahara dieses Jahr eine Million Menschen töten. Doppelt so viele wie sonst Jahr für Jahr. Das Problem ist die Profitgier der Pharmakonzerne, die die Medikamente für die meisten Menschen des globalen Südens unerschwinglich machen, wie der aktuelle Film „Das Fieber“ von Katharina Weingartner aufzeigt. Wäre es da nicht einmal Zeit, den Fokus etwas weg von Corona auf die Art unseres globalisierten Wirtschaftens, des weltweiten Auseinanderdriftens von Arm und Reich und der Naturzerstörung zu lenken? Dort nämlich sind die wahren Lösungen zu suchen. Es wird Zeit, die Wurzeln der Pandemie zu bekämpfen und nicht nur die Symptome! 

Und auch Black Lives Matter