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am 28. September

Corona-Bonus ist erster wichtiger Schritt gegen Altersarmut - weitere müssen folgen

Doris Eisenriegler - Anlässlich der jährlichen Verhandlungen zur Pensionsanpassung sollten Pensionen unter 1.000,-- Euro um mindestens 185,-- Euro pro Monat angehoben werden

Die Anhebung der Mindestpensionen ist ein erster wichtiger Schritt gegen Altersarmut. Ein Schritt der längst überfällig war und dank der Grünen Regierungsbeteiligung endlich umgesetzt wurde. Damit darf es aber nicht getan sein. In weiterer Folge sollen Pensionen unter 1.000 Euro um mindestens 185 Euro pro Monat angehoben werden. Das wäre dringendst erforderlich als weitere Maßnahmen gegen Altersarmut, die im Grunde eines reichen Staates wie Österreich unwürdig ist.

Die Armutsgefährdungsschwelle in Österreich beträgt netto 1.103,-- Euro, 14x pro Jahr, d.s. 15.437,-- Euro pro Jahr. Die gegenwärtige Eigenpension + Ausgleichszulage beträgt lediglich 12.842,-- Euro pro Jahr, das ergibt eine notwendige Jahres-Aufwertung für kleine Pensionen von nette 2.595,-- pro Jahr oder 185,-- Euro monatlich.

Mehr als die Hälfte der Frauen-Pensionen belaufen sich unter der Armutsgrenze, bedingt durch Pflege- und Betreuungsarbeit, im Vergleich zu Männer-Gehältern niedrigere Löhne und Teilzeitarbeit. Diese Menschen haben wesentlich zum allgemeinen Wohlstand beigetragen, ihre Kinder sind Garanten für die Tragfähigkeit unseres Pensionssystems. Berücksichtigt man außerdem, dass gerade kleine Einkommen zu 100 Prozent in den Konsum fließen, würde sich eine Anhebung der Pensionen über die Armutsgrenze sogar wirtschaftlich rechnen.