Diskriminierung „Altweibermühle“
04.03.2012 12:57
Diskriminierung „Altweibermühle“
Zusammengfassung der Beschwerdemails von Linde Glockner (Grüne Seniorinnen) und Maggie Jansenberger (Unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz, Vorsitz & Geschäftsführung Grazer Frauenrat)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mulle!
Sehr geehrter Herr Patterer!
Sehr geehrter Herr Draxler!
Auch die Grünen SeniorInnen Steiermark sind empört, dass ein Wagen mit der Darstellung alter Frauen in einer derart diskriminierenden, geschmacklosen Art überhaupt zugelassen und dann noch mit einem vierten Platz prämiert wurde.
Ganz im Sinne der unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz - siehe unten! - erwarten auch wir eine öffentliche Distanzierung von diesem Auftritt
* von der Kleinen Zeitung
* dem ORF Steiermark und
* dem Bürgermeister von Judendorf Straßengel.
Mit freundlichen Grüßen
linde glockner
schriftführerin
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f.d.Grünen SeniorInnen Linde Glockner Wastlergasse 7
A-8010 Graz email: linde.glockner@aon.at
tel/fax: +43 (0)316 338963
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Mulle!
Sehr geehrter Herr Patterer!
Sehr geehrter Herr Draxler!
Vorweg: es darf natürlich gelacht werden, aber dennoch müssen Spielregeln des Miteinanders eingehalten werden.
Aufgrund mehrerer Beschwerden, mit denen sich Frauen an mich wandten möchte ich zusammenfassend Folgendes feststellen und um Ihre Stellungnahme ersuchen: Es ist beschämend, dass beim Grazer Faschingsumzug ein diskriminierender Wagen aus Judendorf-Straßengel namens „Altweibermühle“ an den Start geht, bei dem oben alte Weiber unter großem Getöse sozusagen verwurstet werden und unten schön und jung wieder herauskommen. Dass sowohl die Kleine Zeitung als Veranstalter als auch der ORF Steiermark derlei Diskriminierung dulden und auch noch lustig finden ist - trotz des historischen Bezug des Wagenthemas - doch sehr verwunderlich. Man fragt sich, ob vergleichsweise eine „Negermühle“, eine „Behindertenmühle“ oder eine „Moslemmühle“ zugelassen worden wäre und Platz 4 gemacht hätte? Alte Frauen dürfen offensichtlich zur allgemeinen Belustigung ungehindert diskriminiert werden. Wie mögen sich wohl all die Großmütter gefühlt haben, die sich den Umzug angesehen haben um ihren Enkerln eine Freude zu machen?
Ein solcher Auftritt aus einer Mischung von Frauen – und Altersfeindlichkeit ist auch kein Renommee für Judendorf-Straßengel. Es sollte sich in Graz und über dessen Grenzen hinaus herumgesprochen haben, dass es Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts und des Alters gibt und dass 2012 das „Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ ist (vgl. z.B. Themenschwerpunkt, G7, 26. 02.2012). Wir erwarten eine öffentliche Distanzierung von diesem Auftritt von der Kleinen Zeitung, dem ORF Steiermark und dem Bürgermeister von Judendorf Straßengel. Auch der Fasching entschuldigt eine solche Diskriminierung nicht.
Mit freundlichen Grüßen,
Maggie Jansenberger
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Unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz
Vorsitz & Geschäftsführung Grazer Frauenrat
Keesgasse 6, 1.Stock, 8010 Graz
Tel: 0316/ 872 - 4660
Email: maggie.jansenberger@stadt.graz.at
www.grazerfrauenrat.at
www.watchgroup-sexismus.at
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