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Samstag, 25. Mai 2013

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Depression und Burnout – wir reden darüber

27.04.2010 00:55

 

Depression und Burnout – wir reden darüber

Eine Tondokumentation der Gplus-Kärnten zur Enttabuisierung dieses Themenkreises

 

Am 21.04.2010 luden Die Grünen SeniorInnen Kärnten, Die Grünen Kärnten und die Grüne Bildungswerkstatt Kärnten zu dieser Podiumsdiskussion ein.

 

Mag. Jochen BENDELE - Moderator/Redakteur Kleine Zeitung

 

Maria HOPPE - Obfrau der Gplus - Die Grünen SeniorInnen Kärnten

 

Univ.-Prof.in Dr.in Jutta MENSCHIK-BENDELE - Psychoanalytikerin und Systemische Familientherapeutin
Burnout-Falle. Wie befreie ich mich?

 

Prim. Dr. Thomas PLATZ - Psychiater und Psychotherapeut
Wege der Prävention

 

Mag.a Melitta FUCHS - Pädagogin und Logotherapeutin in Ausbildung unter Supervision
Krise als Chance

 

Andrea VEDERNJAK - ehemals Betroffene
Von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung

 

DI Thomas LÖHNERT - ehemals Betroffener und wieder im Berufsleben stehend
Grenzen setzen, Selbstbewusstsein stärken, Wertschätzung lernen

 

Mag.a Dr.in Barbara LESJAK - Landtagsabgeordnete der Die Grünen, Schwerpunkt u.a. Soziales
Depression – ein Kärntner Phänomen?

 

Dr. Peter KAISER - Gesundheitsreferent
Burnout-Prävention – ein Auftrag an die Politik?

 

 

von links nach rechts: Thomas Platz - Maria Hoppe - Jutta Menschik-Bendele - Peter Kaiser - Andrea Vedernjak - Barbara Lesjak - Jochen Bendele - Melitta Fuchs - Thomas Löhnert

 

 

 

 

Mehr geben als nehmen:
Burnoutfälle häufen sich

39.000 Kärntner leiden unter Symptomen von Burnout und Depression. Wichtig ist, sich des Problems bewusst zu werden und darüber zu sprechen.

Ausgebrannt! Das war früher jemand, der erschöpft war von längerer Leistung. Das Wort war deutsch und man dachte an Einzelfälle. Aus dem Englischen Burnout ist eine Volkskrankheit, ein Massenphänomen geworden, das rund 39.000 Kärntner betrifft, wie Gesundheitsreferent Peter Kaiser aus internationalen Daten heruntergerechnet hat. Den Unterschied zwischen Burnout und Depression erklärt Psychologin Jutta Menschik: „Burnout entwickelt sich, wenn sich jemand ständig überfordert, wenn Energieverbrauch und Energiezufuhr nicht mehr im Gleichgewicht sind.“ Das kann anfangs sogar noch positiv – und in einer Leistungsgesellschaft – als Bestätigung der eigenen Tüchtigkeit empfunden werden. Menschik: „Ein depressiver Mensch hingegen hat immer das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt.“

Andrea Vedernjak war eine Betroffene: „Zuerst wusste ich gar nicht, in was ich da hineingerate. Ich hatte mich nie mit Burnout und Depression beschäftigt.“ Berufliche und familiäre Schwierigkeiten brachten sie dahin, „dass das Funktionieren nicht mehr funktionierte. Alles wurde so mühsam, ich wusste nicht, wo und wie ich weitermachen sollte“. Schließlich wurde sie von einer Freundin wachgerüttelt, die sie dazu brachte, professionelle Hilfe anzunehmen.

Vedernjak schilderte ihre Erfahrungen bei einer Podiumsdiskussion über Depression und Burnout, die von den Grünen SeniorInnen veranstaltet wurde. 200 Besucher im voll besetzten Landesarchiv zeigten, wie brisant das Thema ist.

Psychiater Thomas Platz skizzierte Visionen und Wissen zur Prävention: „Einige Medizinforscher hoffen auf eine Art Uhr, einen Datenanzeiger, der signalisiert, wann man Serotonin und andere Stoffe ins Blut mischt.“ Zweiter Weg sei „die Besinnung auf das Hier und Jetzt, dass man mehr auf seine Gefühle achtet“. Dritte Präventionsmöglichkeit sei das psychoanalytisch-therapeutische Erforschen und Abstellen der eigenen Überforderung. Vierter Aspekt ist die Anpassungsleistung an die Gegebenheiten, die aber bei Burnout und Depression schwerfallen kann.

Andrea Vedernjak hat durch LKH-Aufenthalt, Gruppen- und Einzeltherapie gelernt, „dass ich Wünsche und Ansprüche haben und mich verwöhnen lassen darf. Das Leben macht wieder Spaß!“

Auch Menschik hält es für wichtig, sich das Problem bewusst zu machen und den Zustand zu ändern, „bevor man zusammenbricht“. Denn Burnout hat ein Gutes: „Wenn die Überforderung aufhört, wird der Patient auch wieder gesund.“

 



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